Ob Swatch-Uhren, Bierdeckel, Münzen, Getränkedosen, Feuerwehrhelme, Wasserpistolen, Schmetterlinge, Bücher, Autos, Barbie-Figuren oder Gemälde – es gibt kaum etwas, das die Menschen nicht sammeln.
Manchmal bleibt es die geheime Leidenschaft einiger Weniger, manchmal erfasst die Sammeleuphorie ganze Generationen und Gesellschaftsgruppen. Die Forschung sprach in diesem Zusammenhang auch schon vom «homo collector» – und im Museum für Gestaltung gab es 2022 eine Ausstellung unter dem Titel «Collectomania».
Die einen Sammlungen mögen materiell keinen wirklich hohen Wert haben, emotional bedeuten sie den Sammelnden gleichwohl alles. Andere Sammlungen wiederum so wertvoll, dass ihr Erwerb einem kleinen Kreis Vermögender vorbehalten bleibt. Leonardo da Vinci’s Werk «Salvator mundi» wechselte im November 2017 für sagenhafte 450 Millionen Dollar den Besitzer. Es gilt aktuell als teuerstes Bild der Welt und gehört dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Im Vergleich dazu erscheinen die 16,5 Millionen Dollar, die Influencer Logan Paul für seine perfekt erhaltene «Pikachu Holo Illustrator»-Sammelkarte aus dem Jahr 1998 – die teuerste Pokémon-Karte der Welt – erhalten hat, geradezu mickrig. Obschon natürlich auch das sehr viel Geld ist für ein Stück Karton.
Während die einen die teuersten Sammlerstücke als Geldanlagen sehen, punkten andere damit – häufig sind es Amerikaner – die grössten Sammlungen ihr Eigen nennen zu können. Laut Guinnessbuch der Rekorde hat zum Beispiel Therapeut (!) Paul Scardino, in nur zehn Jahren die grösste Sammlung mit «Funko-Pop!»-Figuren aufgebaut – sie umfasst 8002 Exemplare. Charlotte Lee dagegen hat eine Leidenschaft für Badeenten – beim letzten Zählen umfasste ihre Sammlung 5831 Enten in allen Grössen und Varianten.
Zur Frage, warum Menschen sammeln, gibt es zahlreiche Studien, zu den unterschiedlichen Sammlertypen ebenfalls. Die Gründe fürs Sammeln können vielfältig sein – aus reiner Freude am Objekt, als Freizeitbeschäftigung, mit einem ganz konkreten Ziel vor Augen, als Geldanlage, für die Forschung. Die einen sammeln allein, andernorts bilden sich Gruppen Gleichgesinnter, manchmal ist Sammeln Hobby und Passion, manchmal Arbeit, Beruf oder sogar Pflicht. Die einen Sammlungen bleiben versteckt und privat, andere werden in Ausstellungen der ganzen Welt gezeigt. Warum auch immer, jemand sammelt, für Professor Bruno Frey steht fest: «Wer sammelt, hat mehr vom Leben.»
In dieser «Lebensraum»-Ausgabe ist das Redaktionsteam der Sammelleidenschaft auf die Spur gegangen. Unterwegs waren wir im Zurzibiet, hauptsächlich ging es darum, Sammlerinnen und Sammler und ihre «Objekte» näher vorzustellen. Wir sind sowohl auf Sammel-Klassiker als auch auf völlig Unbekanntes gestossen. Nicht immer werden Gegenstände gesammelt, es können auch Klänge, Namen von Vorfahren oder erfolgreich gefundene Verstecke sein.
Die Sammlerwelt Zurzibiet ist vielfältig, spannend und von Leidenschaft geprägt. Für unsere Arbeit auf der Redaktion einer Lokalzeitung gilt das Gleiche.
Viel Spass beim Lesen!




