Stefan Kolb betont es mehrfach: Einerseits faszinieren ihn die Akustik und die Klangtechnik, die mit der Schellackplatte verbunden sind.
Andererseits ist er begeistert von den Etiketten und Sujets, die auf Schellackplatten aufgedruckt sind. «Die Etiketten halten zahlreiche Entdeckungen bereit, wer sie studiert, durchwandert ein Stück Musikgeschichte.»
Eine Platte, die er gerne zeigt auf Führungen im Melliker Museum, ist jene, die 1939 zur «Erinnerung an die Schweizerische Landesausstellung Zürich» durch die Plattenfirma «IDEAL» herausgegeben wurde. Bespielt ist die Platte mit dem Walzer «S’Landidörfli», vorgetragen von der Kapelle Brünig, mit (Jodel-)Gesang von Martha «Marthely» Mumenthaler, Jakob «Köbi» Kessler und Sepp Israng. Eine damals schweizweit bekannte Formation. Einer der Söhne Mumenthalers, Peter Keiser, pensioniert, Profimusiker, wohnt heute in Schneisingen.
Eine weitere Platte, die Kolb viel bedeutet, ist jene Schellackplatte, die mit dem Stück «O du fröhliche, o du selige» bespielt ist. Es war das Bischoff-Quartett aus Berlin, das das Lied eingesungen hat. Das Besondere an der Platte sind aber nicht die Sänger. Speziell ist: Sie ist nur einseitig bespielt und enthält lediglich die 1. Strophe des Stücks. Auf der Rückseite der Platte prangt stattdessen in Grossbuchstaben das Logo der Plattenfirma: «ZONOPHONE».





