Am Anfang des Kaffeerahmdeckeli-Sammelns steht eine technische Innovation.
Dass Kaffeerahm heute steril in kleine Kunststoffbecher à zwölf Gramm abgefüllt werden kann, geht auf einen umtriebigen Erfindergeist zurück: Walter Auf der Mauer. Bergbauernsohn und Betreiber mehrerer Milchgeschäfte in Zürich.
Auf der Suche nach Produkten, die es noch nicht gab, die aber ein Bedürfnis sein könnten bei der Kundschaft, begann er sich mit dem Thema Kaffeerahm und der Frage zu befassen, wie dieser lang haltbar gemacht werden könnte. Bald darauf entwickelte und produzierte er homogenisierten und pasteurisierten Rahm, der zu einem Café Crème serviert werden konnte. Das Angebot kam gut an bei der Kundschaft.
Eine Knacknuss blieb die Verpackungsart – aber auch dort trieb Auf der Mauer die Entwicklung voran. Fast zufällig stiess er eines Tages auf kleine PVC-Becher aus Dänemark. Es dauerte nicht lang bis solche Becherchen auf seine Initiative hin auch in der Schweiz produziert wurden, zusammen mit den dafür notwendigen Deckelchen aus Aluminiumfolie. Der entscheidende Durchbruch gelang Auf der Mauer Ende der 1960er-Jahre, als ihm mit der Vorgängerfirma des späteren Kaffeerahmproduzenten Burra das sterile und massenweise Abfüllen von Kaffeerahm glückte.
In den ersten Jahren trugen die Kaffeerahmdeckeli keine Motiv-Sujets, lediglich der Name der Herstellerfirma und eine Inhaltsangabe waren darauf abgedruckt. Klassische Werbung war auf den Deckeli per Gesetz sowieso untersagt.
Erste Motivserien erschienen ab Anfang der 1970er-Jahre. Auch wenn schon bald danach erste Sammler den Kaffeerahmdeckeli verfielen, von einer eigentlichen Etablierung und der im breiten Volk verankerten Freizeitbeschäftigung «Dechele» kann man erst ab Ende der 1970er-Jahre reden. Zur Boomzeit gab es laut einer Schätzung in der Schweiz – Kaffeerahmdeckeli-Sammeln ist eine vornehmlich schweizerische Angelegenheit – bis zu 30000 Sammlerinnen und Sammler.






